15 Mrz 2025

Die Angst vor finanziellen Fehlentscheidungen bremst die Vorsorge stark

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(kunid) Nur jede fünfte Frau verfolgt einen klaren langfristigen Finanzplan. Ein Hemmschuh für Spar- und Anlageentscheidungen ist für viele die Angst vor finanziellen Fehlern.

Im Jahr 2023 betrug der sogenannte „Gender Pay Gap“ in Österreich 18,3 %. Gemeint ist damit die Differenz zwischen den durchschnittlichen (arithmetisches Mittel) Bruttostundenverdiensten von Frauen und Männern in Unternehmen mit zehn und mehr Beschäftigten in der Privatwirtschaft.

In einer Umfrage der Erste Bank, durchgeführt von Integral im Jänner 2025, gaben 64 % der Frauen an, finanziell auf eigenen Beinen zu stehen. Je nach Alter und Einkommensniveau gibt es Unterschiede.

„Junge Frauen zwischen 18 und 25 Jahren sind häufig noch auf finanzielle Unterstützung durch Eltern oder Partner angewiesen, während Frauen zwischen 26 und 30 Jahren bereits eine größere Eigenständigkeit erreicht haben“, stellt die Erste fest.

Eingeschränkte Spar- und Investitionsmöglichkeiten

Über die gesamte Berufslaufbahn bedeutet das weniger Einkommen und eingeschränkte Spar- und Investitionsmöglichkeiten. Es gilt, sich dessen bewusst zu sein, sagt Erste-CEO Gerda Holzinger-Burgstaller und rät, Strategien zu entwickeln, um finanzielle Nachteile auszugleichen.

Eine solche nachhaltige Finanzstrategie fehlt laut den Ergebnissen aber oft: „Nur 19 % der Frauen verfolgen einen klaren langfristigen Finanzplan – stattdessen stehen kurzfristige Sparziele wie Reisen oder Notgroschen im Fokus“, berichtet die Erste.

71 % sehen Problematik

Und obwohl 71 % der Frauen die Problematik erkennen, wird die Finanzstrategie nur von 14 % angepasst. Das ist besonders bei jungen Frauen der Fall, von denen nur 8 % „konkrete Maßnahmen für ihre Altersvorsorge“ getroffen haben.

„Wir wissen, dass Frauen oft später an ihre Altersvorsorge denken als Männer. Doch genau hier liegt der Schlüssel für finanzielle Sicherheit im Alter“, kommentiert Holzinger-Burgstaller und betont die Rolle frühzeitiger Maßnahmen für die Pensionsabsicherung.

Interesse an Finanzwissen

Ihr eigenes Finanzwissen bewerten nur 13 % der Frauen als „sehr gut“, 41 % als „eher gut“. Gleichzeitig wünschten sich aber 63 % mehr Finanzwissen. Ebenso viele sehen Defizite in der Schulbildung, von der sie sich eine bessere Vorbereitung auf Finanzthemen gewünscht hätten.

Angst vor Fehlern als Anlage- und Vorsorgebremse

Neben Wissen sind für finanzielle Entscheidungen aber auch psychologische Faktoren von Bedeutung. Den Angaben zufolge haben 79 % der Frauen Angst, finanzielle Fehler zu machen. Das ist ein Hemmnis, das sie oft von Investments abhält.

So sind beispielsweise zwar 72 % an Informationen über alternative Anlagestrategien interessiert, aber nur 18 % investierten tatsächlich „in Wertpapiere oder renditestarke Anlageformen“.

„Neben Finanzbildung braucht es vor allem mehr Selbstvertrauen im Umgang mit Geld“, folgert Holzinger-Burgstaller. „Frauen sollen sich ihrer finanziellen Möglichkeiten bewusst werden und diese aktiv nutzen.“

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